Frauenmantel Ernte

Vor einem Monat hat bekam ich eine große „Spende“ Frauenmantel. Innerhalb von 3 Tagen waren die Pflanzen getrocknet. Es sind 3 Säcke voll geworden.

Ich freue mich schon auf das Färbeergebnis von Frauenmantelwolle.

In diesem Zusammenhang viel mir eine Reportage über Ayurvedische Stoffe ein. Im Ayurveda werden Stoffe mit Heilpflanzen gefärbt, damit die positive Wirkung der Pflanze auf den Träger übergehen kann. Die Wirkung entfaltet sich bei dem Kontakt mit der Haut.

Nun freue ich mich noch mehr auf die Frauenmantelwolle, weil diese neben der tollen Farbe auch einen tollen Effekt hat.

Allerding stelle ich fest, für diese große Menge Frauenmantel habe ich nicht genug gesponnen weiße Wolle…

Die Färbeküche

Erstmal: zum Färben verwendete Gerätschaften dürfen anderweilig nicht mehr gebraucht werden.

Ein Schrank oder Board zum Aufbewahren von den Färbematerialien, möglichst unerreichbar für Kinderhände. Am wichtigsten ist ein großer Kessel. Auf Flohmärkten kann man z.B. günstige emaillierte Wecktöpfe erstehen. Eine Koch- oder Feuerstelle fürs Erhitzen. Ein Thermometer ist auch sehr hilfreich. Plastikeimer, Wannen, Schüsseln für die Farben und zum Auswaschen. Wirklich sehr sinnvoll sind Gummihandschuhe, da die Salze die Haut angreifen und auch die Farbe mehrere Tage die Hände einfärbt. Zur passenden Dosierung eine Waage (Küchenwaage oder Briefwaage). Es wird außerdem ein Porzellanmilchtopf zum Auflösen der Metallsalze in kochendem Wasser empfohlen. Stabile Stöcke z.B. Besenstiele zum Aufhängen der gefärbten Wolle. Mullwindeln oder vergleichbare Stoffe zum Abseihen der Farbbäder. Eßlöffel, Teelöffel, Holzlöffel, Rührstab zum Rühren und Abmessen. Einige Materialien müssen zerkleinert werden, also wer mag noch einen Mörser oder Standmixer. Dann die kleinen Helfer Schere, Band, Plastiktüten, alte Leinentücher.
Für die Notizen und Beschriftungen der fertigen Arbeiten: Papier und Schreiber.

Der Färbekessel muß immer sauber gehalten werden, damit die Färbevorgänge fleckenfrei sind. In einem Buch habe ich gelesen, wenn der Emaillekessel Risse und Sprünge in der Emaille erhält ist er zum Färben nicht mehr zu gebrauchen, wohl aber zum Beizen oder Herstellen der Farbflotte. Ein Stahlkessel ist eine Anschaffung für Profi- oder Massenfärber. Profis schaffen sich auch irgendwann einen Kupfer- und einen Eisenkessel an. Es gibt Färbungen, die in diesen Kesseln besonder schön werden. Für alle anderen gibt es den Trick mit Kupfer- und Eisenrohr…

folgende Materialien sollten in ausreichender Menge auf Lager sein:

+ weiches Wasser also z.B. aus der Regentonne. Ansonsten Wasser aus dem Hahn durch einen Entkalker laufen lassen
+ grüne Seife, Kernseife oder Seifenflocken, Waschnüsse oder Seifenkraut – also eine natürliche Seife
+ Soda
+ Essigessenz

Färben

1) Farbflotte
Zum Färben wird eine Farbflotte angesetzt. Dazu wird der pflanzliche Rohstoff mit Wasser angesetzt und je nach Farbe muß diese mehrer Stunden oder gar Tage ziehen, wird gekocht und gesiebt.

2) Waschen und beizen
Das zu färbende Gut wird vorgewaschen und vorgebeizt, dazu die Wolle oder Stoffe z.B. mit Alaun erhitzt. Dann kommt der Stoff in die Farbflotte und wird wieder erhitzt.

3) Fixierung
Anschließend wird das Gefärbte gut ausgewaschen und mit Essig fixiert.
Teilweise sind die Farben nicht licht- oder waschecht, das bedeutet, das sie beim Waschen Farbe abgeben oder ausbleichen. Sie können einfach nachgefärbt werden.

4) Kombination von Beizen und Färben
Für das schnelle Färben zwischendurch wird der Stoff oder die Wolle zusammen mit der Farbe und dem Beizmittel erhitzt. Auch hier müssen die Stoffe vorher und hinterher gut ausgewaschen werden.