Wolle (3) – Spinnen mit der Handspindel

Mal ganz ehrlich, hat das jemand verstanden? Ich jedenfalls nicht. Also ein Stück fertiges Garn festbinden, dazu schaut Euch Abb. 1 und Abb. 2 an. Wer kein fertiges Stück Garn zur Hand hat, nimmt Rohwolle und verdreht diese per Hand zu einem Anfangsfaden. Ich persönlich halte nichts davon den Faden einfach am Spindelschacht hochzuführen (Abb. 1+2), sondern lieber noch ein paar mal schlangenänlich den Faden nach oben schlängeln lassen.

Eine Kerbe am oberen Ende der Spindel ist nicht notwendig, die Schlaufe von Abb 2 hält ganz prima. Faden anstückeln wie oben beschrieben. Den folgenden Vorgang beschreibe ich jetzt für Rechtshänder. Linkshänder, die meißt viel flexibler sind, machen das entweder auch so, oder „spiegelverkehrt“. Ihr nehmt dann ein Stück Rohwolle haltet das flauschige Ende mit der linken Hand fest. Mit der rechten Hand gebt ihr der Spindel einen Drall und laßt sie sich frei drehen (Abb 3). Umgreifen, also mit der rechten Hand das flauschige Ender festhalten und mit der linken Hand Fäden aus der Wolle ziehen. Mit der linken Hand das Ende der Fäden zur Rohwolle gut festhalten, dann erst mit der rechten Hand loslassen. Die Spindel sollte sich immer schön drehen, ansonsten nochmal anschubbsen. Jetzt überträgt sich der Drall auf die Fasern, die ihr gezogen habt. Wenn die linke Hand losläßt, überträgt sich der Drall bis in die Fasern irgendwo im Rohwollenknäul – ungewünscht. Irgendwann ist der Faden so lang, das die Spindel auf dem Boden aufkommt. Dann müßt der Faden auf die Spindel aufgewickelt werden (Abb. 4) Und weiter geht es.

Historische Funde belegen, es wurde rechts und links herum gesponnen, wobei die rechts herumgesponne Wolle überwiegt.
Mit der Handspindel gesponner Faden hat eine besondere Festigkeit und wurde deshalb gerne als Kettfaden bei Webstühlen verwendet.

Handspindel Drehrichtung (Abb. 1)
Handspindel Aufbau (Abb. 2)
Faden ziehen (Abb. 3)
Faden aufwickeln (Abb. 4)

 

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