Wolle (1) – Material zum Spinnen

Hier Erfahrungsberichte für…
a) … gekaufte Wolle des australischen Merinoschafes.
b) … geschorene Wolle vom heimischen Schaf – ungewaschen und gezupft
c) … geschorene Wolle vom heimischen Schaf – gewaschen und kardiert
d) … geschorene Wolle der heimischen Heidschnucke
e) … geschorene Alpakawolle – ungewaschen und gezupft
f) … geschorene Alpakawolle – gewaschen und kadiert

a) … gekaufte Wolle des australischen Merinoschafes.
Häufig im Handel angebotene Wolle. Gewaschen und gekämmt – fast ohne Wollfett, geruchsarm. Mein letzter Einkauf lag bei 7 Euro pro 100 g bunt, chemisch gefärbter Wolle. Geeignet zum Filzen und zum Spinnen. Letzteres auch besonders für Anfänger. Die Wolle hat unglaublich lange Fäden und spinnt sich fast von alleine. Auch kann dieser Faden sehr dünn versponnen werden. Leider wird die Wolle eingeschifft und schadet somit der heimischen Wollindustrie. Außerdem wird bei der chemischen Aufbereitung der Wolle alles Wollfett entzogen und ein künstliches Spinnöl wieder zugesetzt.

Kosten: 7 Euro – 100 g
Eigenschaften: gewaschen, gekämmt, geruchsarm, lange Fäden, 100% ein Farbton
Ergebnis: einfarbiger Faden, sehr dünnes Ausspinnen möglich
Bezugsquellen:

b) … geschorene Wolle vom heimischen Schaf – ungewaschen und gezupft
Ungewaschen und ungekämmt ist diese Wolle voller Wollfett und manchmal Matsch- und sonstigen Resten. Das Wollfett macht beim Spinnen eine weiche Haut an den Fingern und ist gut für die Gelenke. Riecht auch noch nach Schaf. Mein letzter Einkauf lag bei 5 Euro für einen Sack. Die Fäden sind von mittellang bis ultrakurz, wenn das Unterfell dran ist.
Da unsere Wolle relativ matscharm war, wird sie mit einem einfachen Kamm gekämmt und dann versponnen – ohne sie zu waschen. Die Wolle ist somit sehr kostengünstig, hat durch ihre verschiedenen Schichten eine natürliche Veränderung in der Farbe. Wegen des hohen Wollfettanteiles halte ich diese Wolle ungewaschen nicht fürs Spinnrad, sondern nur für die Handspindel geeignet. Wir nennen Sie liebevoll Lanonlinwolle.

Kosten: gratis bis ca. 0,60 für 100 g
Eigenschaften: ungewaschen, ungekämmt, fettig/lanolinhaltig, duftet nach Schaf, verschiedene Fadenlängen, leicht klebrig
Ergebnis: natürliche Farbveränderung im Fadenverlauf, sehr gut zum Üben, robuste Fäden, Fäden können noch gut verfilzen
Bezugsquellen: Mondberg Shop

c) … geschorene Wolle vom heimischen Schaf – gewaschen und kardiert
Herrlich, was für ein Unterschied zur ungewaschenen Wolle. Ich habe meine Wolle von einer Wollspinnerei waschen und kardieren lassen. Es ist ein Eigenfettanteil von 5% Wolle verblieben und somit bleibt der Lanolineffekt erhalten. Die Wollfäden sind ausgerichtet und gut gereinigt. Leider verbleiben manchmal kleine Schmutzpartiekel in dem Vlies. Sie spinnt sich leicht und läßt sich in sehr dünnen Fäden ausspinnen. Sie hat also gegenüber der gekauften Wolle den Nachteil der kleineren Schmutzpartikel, die aber noch ausgezupft werden können. Von Vorteil empfinde ich Eigenfett statt Spinnöl, fehlen künstlicher Farbe, Unterstützung der heimischer Betriebe und kürzere Transportwege.

Kosten: 2 Euro für 100 g
Eigenschaften: gewaschen, gekämmt, leicht fettig/lanolinhaltig, geringer Duft nach Schaf, lange Fäden, geringe Farbunterschiede
Ergebnis: sehr gut zu spinnen, sehr dünnes ausspinnen möglich
Bezugsquellen: Mondberg Shop

Es folgt d) … geschorene Wolle der heimischen Heidschnucke
Sobald wir genug Erfahrung damit haben.

e) … geschorene Alpakawolle – ungewaschen und gezupft
Die Wolle ist so flauschig, das ich garnicht spinnen wollte sondern immer nur drücken und flauschen. Der Schmutz in der Wolle ist leider fast nicht heraus zu bekommen, also Gräser und Stroh. Dadurch dauert es sehr lange bis ein Stück versponnen werden kann. Durch das Kämmen mit einem groben Kamm ist außerdem der Ausschuß an Fasern zu viel. Kein Geruch und kein Fett.

Kosten: 2 Euro für 100 g
Eigenschaften: ungewaschen, ungekämmt, kein Duft, lange Fäden, sehr weich
Ergebnis: sehr gut zu spinnen, sehr dünnes ausspinnen möglich
Bezugsquellen: Mondberg Shop

f) … geschorene Alpakawolle – gewaschen und kadiert
Auch diese Wolle habe ich zum Waschen und Kämmen in eine Wollspinnerei gegeben. Um den Schmutz aus der Wolle zu bekommen muß sie leider mit Soda und Waschmittel gereinigt werden. Anschließend bekommt sie einen Überzug aus Spinnfett, weil sie sich sonst sehr schlecht kardieren läßt. Das Spinnfett verseift allerdings beim Waschen mit Soda und ist so gut auszuwaschen. Der Ausschuß ist geringer als beim Kämmen mit einem groben Kamm. Die Wolle enthält zwar noch einzelne Schmutzpartikel, die sich allerdings herauszupfen lassen. Das Kardenband läßt sich herrlich einfach und schnell verspinnen. Das Ergebnis ist einfach nur edel.

Kosten: 3,50 Euro für 100 g
Eigenschaften: gewaschen, gekämmt, frei von Tiergeruch, lange Fäden, in der Farbe leicht meliert
Ergebnis: sehr gut zu spinnen, sehr dünnes ausspinnen möglich, sehr weich
Bezugsquellen: Mondberg Shop

Ergänzungen und weitere persönliche Erfahrungsberichte sind willkommen.

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