pflanzliche Verhütungsmittel

Befruchtungshemmende Mittel

Steinsame (Lithospermum ruderale) wurde von den Shoshone-Indianerinnen benutzt, um dauerhafte Unfruchtbarkeit zu erzeugen. Aus den Wurzeln bereiteten sie mit kaltem (selten mit kochendem) Wasser einen Aufguß und tranken davon sechs Monate lang täglich eine Tasse. Die Frauen der Dakota-Stämme tranken einen Aufguß oder atmeten den Rauch der brennenden Pflanze ein. Die echte Steinsame (Lithospermum officinale) ist ein altes Heilmittel bei Nieren- und Blasenleiden. Die Pflanze ist wenig giftig, enthält aber Pyrrolizinalkaloide.

Disteln (Benediktenkraut (Cnicus benedictus L.), gemeine Kratzdistel, Cirsium vulgare und andere Cirsium-Arten) Viele Diestelarten scheinen befruchtungshemmend zu wirken. Die Quinault-Indianerinnen benutzten Disteln, um zeitlich befristete Sterilität zu erzeugen. Hierfür tranken sie eine Aufguß aus der ganzen Pflanze, den sie mit kochendem Wasser herstellten (ziemlich bitter!). Die Benediktendistel ist kaum giftig, aber sensibilisierend. Bei größeren Dosen wirkt sie brechenerregend.

Mittel zur Verhinderung der Einnistung

Diese Mittel sollten nicht jeden Monat angewendet werden, da es hier noch keine Untersuchungen über eine Langzeitanwendung gibt.

Täglich ein Teelöffel der Samen der Wilden Möhre (Daucus carota) vom Zeitpunkt des Eisprungs an oder direkt nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr während der fruchtbaren Zeit bis zu einer Woche lang eingenommen, soll die Schwangerschaft verhindern. Die Frauen in Rajasthan benutzen die Samen der kultivierten Mohrrübe genauso. Die Samen sind ölig und haben einen kräftigen, aber keinen bitteren oder unangenehmen Geschmack. Sie haben außerdem den Vorteil, dass sie in vielen Gegenden der Welt leicht zu finden sind. Die Samen der Wilden Möhre sind im Handel üblicherweise nicht erhältlich (Rühlemanns hat sie aber doch im Sortiment). Wenn die Samen der Kulturform verwendet werden sollen, so muß man sich vergewissern, dass die Samen nicht mit giftigen Substanzen behandelt wurden.
Zu den Wirkungen der Wilden Möhre gab es auch eine Studie. 13 Frauen nahmen täglich 5 ml der getrockneten Samen ein. Während dieser 14 Monate andauernden Studie wurde nur eine Frau schwanger und zwar nachdem sie die tägliche Menge auf 2 ml verringerte. Die Samen wurden mit dem Essen eingenommen und vor dem Schlucken zerkaut. In anderen Studien wurde festgestellt, dass die Samen auch über einen längeren Zeitraum ohne Nebenwirkungen eingenommen werden konnten. Jede Frau, die schwanger werden wollte, gelang dies problemlos, sobald sie die tägliche Dosis an Samen der Wilden Möhre absetzte.
Um die Empfängnis nach einem fruchtbaren Geschlechtsverkehr zu verhindern, nimmt man dreimal so viel (15 ml/1 Eßlöffel) pro Tag in den folgenden 14 bis 20 Tagen, oder aber bis die Menstruation einsetzt. Auch die tägliche Einnahme weniger Tropfen (1 ml) einer Tinktur aus frischen Samen konnte erfolgreich zur Verhütung benutzt werden. Um die Empfängnis nach dem Geschlechtsverkehr zu verhindern, werden einfach die drei- bis vierfache Menge der Tinktur eingenommen, bis die Blutung einsetzt, aber nicht länger als drei Wochen. Verspätet sich die Menstruation, so kann man diese herbeiführen, indem man alle 15 bis 30 Minuten 1 ml der Tinktur einnimmt, allerdings nicht länger als 48 Stunden. Da es relativ teuer ist, die Samen der in diesen Mengen zu kaufen, empfehle ich das sammeln in der Natur, oder aber den Anbau im eigenen Garten. Die Samen werden gesammelt, wenn sich die Blütenkörbe geschlossen haben, die Samen voll ausgebildet, aber noch grün sind. Man trocknet sie bis sie braun sind, löst dann die Samen durch Reiben der Körbe und lagert die Samen an einem kühlen, trockenen Ort.

Rutin kommt in der Natur in Verbindung mit Vitamin C in den Blättern vieler Pflanzen, vor allem der Gartenraute (Ruta graveolens), vor. Um hiermit eine Schwangerschaft zu verhindern, trinkt man täglich mindestens 2 Tassen (0,5 l) des Aufgusses, oder man nimmt 500 mg reines Rutin in Tablettenform täglich über mehrere Tage lang, um den Eisprung herum, oder wenn eine Befruchtung stattgefunden hat von diesem Zeitpunkt an bis zum Beginn der Menstruation.

Der Wasserpfeffer (Polygonum hydropiper oder P. Persicaria, Pfirsichblättriger Knöterich) wächst überall auf der Erde. Er enthält u. a. Rutin und Quercetin, die den normalen Schwangerschaftsverlauf stören. Rutin hemmt die Bildung von Hormonen, die die Keimzellenbildung anregen, und Quercetin regt Gebärmutterkontraktionen an. Man bereitet einen Aufguß aus 120 g der frischen oder 30 g der getrockneten Blätter mit 1 Liter kochendem Wasser und trinkt reichlich davon, bis die Menstruation einsetzt. Man kann Wasserpfeffer einsetzen, um die Einnistung eines Eis zu verhindern, wenn man an den fruchtbaren Tagen Geschlechtsverkehr hatte, oder aber um eine ausgefallene Monatsblutung herbeizuführen.

Menstruationsfördernde Mittel

Es gibt weltweit mindestens 50 Emmenagoga, die auf der ganzen Welt gebräuchlich sind, um die Menstruation herbeizuführen. Ist die Periode ein oder zwei Tage überfällig, kann ein Emmenagogum sie herbeiführen. Wenn man vor der Menstruation den Verdacht hat, schwanger zu sein und dies nicht erwünscht ist, fängt man eine Woche vor dem normalen Beginn der Blutung damit an, ein menstruationsförderndes Mittel zu nehmen.

Ingwerwurzel (Zingiber officinale) ist eines der am stärksten und schnellsten wirkenden menstruationsfördernden Mittel, hat aber nicht die Fähigkeit, einen Abort auszulösen. Man stellt aus einem Teelöffel pulverisiertem Ingwer pro Tasse einen Aufguß mit kochendem Wasser her, oder aber mit 30 g der ganzen getrockneten oder frischen geriebenen Wurzel einen Aufguß mit 1 l Wasser. Von keiner dieser Zubereitungen mehr als einen Liter täglich trinken. Wenn einem von diesem Tee übel wird, dann ist das ein eindeutiges Zeichen für eine bestehende Schwangerschaft (Ingwer soll nicht beim Schwangerschaftserbrechen angewendet werden). Wenn die Blutungen nicht innerhalb von fünf Tagen einsetzen, soll der Tee abgesetzt werden.

Rainfarn (Tanacetum vulgare, Chrysanthemum vulgare Bernh.) wächst überall wild oder als Gartenpflanze. Wenn nötig, trinkt man eine Woche lang den Aufguß aus Blüten und Blättern, bevor üblicherweise die Periode einsetzt. Als störende Nebenwirkung können vorübergehend verhärtete Stellen in der Brust auftauchen. Bei Frauen, die üblicherweise eine starke Menstruation haben, können Hämorraghien (Blutungen) ausgelöst werden. Eine Hebamme berichtet, dass sie Rainfarn als Tinktur benutzt; sie gibt alle zwei Stunden 10 Tropfen in 1 Glas warmes Wasser, bis die Blutung einsetzt. Sie sagt, dass die Tinktur definitiv einen Abort auslöst, wenn die Menstruation mehrere Wochen überfällig ist.
Bei größeren Mengen können Vergiftungserscheinungen auftreten: Erbrechen, Leibschmerzen, Gastroenteritis, starke Rötung des Gesichts, dann bei starker Bewusstlosigkeit starke klonische, aber auch tonische Krämpfe, starke Beschleunigung der Atmung und der unregelmäßig werdenden Herztätigkeit, Mydriasis und Pupillenstarre, Uterusblutungen, u. U. auch Abort, Nierenschädigung, auch Nierenblutungen, schwere Leberschädigung. Bei Aufnahme großer Dosen ätherischen Öles tritt der Tod durch Kreislauf- und Atemstillstand, nach kleineren letalen Gaben wohl infolge der schweren, degenerativen Organveränderungen, insbesondere der Leberatrophie und der sich daraus ergebenden schädlichen Stoffwechselstörungen ein. Dosis letalis des ätherischen Öles beim Menschen 15 – 30 g. Der Tod tritt nach 1 – 3 ½ Stunden ein. Diese Mengen wird aber wohl keiner von euch jemals einnehmen.

Poleiminze/Frauenminze (Hedeoma pulegioides oder Mentha pulegium) ist eines der wirksamsten Emmenagoga. Vorsicht also!! Eine Hebamme berichtete, dass mehrmals Frauen, vergeblich versuchten, einen Abbruch mit Poleiminze durchzuführen und die Plazenta bei ihnen gefährlich tief ansetzte. Poleiminze wird als Aufguß zubereitet und so heiß wie möglich getrunken. Die Tinktur wird in Dosen von 20 Tropfen auf eine Tasse heißes Wasser genommen. Von beiden Zubereitungen sollten täglich nicht mehr als 4 Tassen getrunken werden und dies nicht länger als fünf Tage lang. Dies sollte genügen, um die Menstruation auszulösen.
15 g Poleiöl können schon tödlich wirken. Nicht innerlich anwenden. Bei der Ausscheidung werden die Harnwege gereizt, gleichzeitig auch Dickdarm und Genitalsystem, und man beobachtet nach mäßigen Dosen Hyperämie, nach größeren Dosen Ausschwitzungen und Blutungen in diesen Gebieten. Nach Einnahme eines Teelöffels ätherischem Öls beobachtete man Bewusstlosigkeit, Kälte der Glieder, Zittern, tetanische Krämpfe und nach der Wiederherstellung noch einige Zeit Muskelschwäche.

Vitamin C ist das ungefährlichste Emmenagogum, und wie es heißt, wirksamste, welches man benutzen kann, wenn die Blutung ausgeblieben ist. Frauen berichteten, dass sie damit sogar noch Erfolg hatten, nachdem die Blutung drei Wochen lang ausblieb! Die Tagesdosis beträgt 6 g (6.000 mg) Vitamin C. Man nimmt stündlich 500 mg, 12 Stunden am Tag und bis zu sechs Tage lang. Vorsicht: Diese Dosis kann Durchfall auslösen.

Weitere Emmenagoga

Frische Melissenblätter: Tinktur, Bad
Dreiblatt (amerikanische Waldlilie): Infus, Tinktur (25 Tropfen/1 Pipette voll alle vier Stunden über fünf Tage)
Schwarze Schlangenwurzel: Infus, Tinktur (20 Tropfen alle vier Stunden über fünf Tage)
Eisenkraut: Tinktur (15 Tropfen alle sechs Stunden über fünf Tage)
Ingwerwurzel: Infus, Tinktur
Liebstöckelwurzel: Infus
Herzgespann (Kraut): Infus
Beifuß (Kraut): Infus
Rosmarin (blühende Pflanze): Infus, Tinktur (zweimal täglich 15 Tropfen, fünf Tage lang)
Kalmuswurzel: Infus, Tinktur (10 Tropfen alle sechs Stunden, sechs Tage lang)
Wald-Sauerklee: Infus, Tinktur (10 Tropfen alle sechs Stunden, vier Tage lang)

Die folgenden Emmenagoga wirken wie Oxytoxin: Sie lösen Gebärmutterkontraktionen aus, also nur mit gezielter Aufmerksamkeit und erhöhter Sensibilität für die Reaktionen des Körpers einsetzen!
Osterluzei, Wurzel oder ganzes blühendes Kraut: Infus
Baumwollwurzelrinde: Infus
Mutterkornpilz: handelsübliche Extrakte
Chinarinde: Infus, Tinktur (zweimal täglich 15 Tropfen, vier Tage lang)

Diese Emmenagoga führen in 60 % der Fälle eine verspätete Periode herbei, wenn sie nicht mehr als zehn Tage überfällig ist.
Angelikawurzel: Infus, Tinktur (dreimal täglich 10 Tropfen vier Tage lang)
Frische Petersilienblätter: als Saft, oder mehrere Stengel in die Vagina eingeführt (zweimal täglich wechseln, drei Tage lang)
Poleiminze/Frauenminze (Kraut): Infus, Tinktur, Öl (vor und während der ganzen Schwangerschaft unbedingt vermeiden! Das Öl, in die Haut eingerieben, kann Fehlgeburten verursachen.)
Rautenblätter: Infus, Tinktur (10 Tropfen alle sechs Stunden, vier Tage lang)
Safran (Blütennarben): täglich 0,5 g vier Tage lang (20 g sind eine tödliche Dosis, 10 g die abortive Dosis)
Rainfarn (blühende Pflanze): Infus, Tinktur

Die folgenden Pflanzen waren Abtreibungsmittel, die wir hier nur mit aufführen wollen. Bitte verwendet diese nicht, um eine Abtreibung vorzunehmen!!! Eine Abtreibung ist ein sehr starker Eingriff, den man nur vornehmen sollte, wenn man alle Möglichkeiten ausreichend gegeneinander abgewogen hat. Die körperlichen Folgen sind ja absehbar, aber die Wirkungen auf die Psyche eben nicht. Aus diesem Grunde niemals vorschnell durchführen lassen und mit dem Arzt, der dies tun soll ein längeres Gespräch führen.
Wacholder (Juniperus spp.)
Lorbeer (Laurus nobilis)
Alraune (Mandragora officinarum L.)
“Der Same des Alrauns reinigt als Trank die Gebärmutter; als Auflage fördert der Saft die Menstruation und entfernt abgestorbene Leibesfrüchte.” (Plinius XXVI)

Sadebaum (Juniperus sabina L.) im Volksmund auch Kindermord oder Jungfernpalme genannt, gilt seit der Antike als eines der stärksten und wirksamsten natürlichen Abortiva. Der Gebrauch der Zweigspitzen bzw. Gipfeltriebe zur Abtreibung ist nicht ganz ungefährlich. Eine Abkochung von fünfzig bis siebzig Gramm Sadebaumspitzen bewirkt einen starken Blutandrang im Unterleib, Entzündungen der Harnwege, Abort, kann aber auch zu tödlichen Vergiftungen führen.
Echter Diptam (Origanum dictamnus L., Dictamnus albus L.) wurde ähnlich wie der Sadebaum verwandt. Bei dem Arzt und Prediger Otto Brunfels (1489 – 1534) heißt es, dass der Diptam als Trank oder in Form von Vaginalzäpfchen zur Abtreibung diene ebenfalls als abortative Räucherung.
Tannen-Bärlapp (Huperzia selago L.): der Tannen-Bärlapp wirkt stärker als der Keulen-Bärlapp und hat schon bei Pferden zum Tode geführt!
Tollkirsche (Atropa belladonna L.): Zur letalen Dosis gibt es unterschiedliche Angaben, so schwanken die Angaben bzgl. der Beeren für Kinder zwischen 3 – 4 und 5 – 10 und für Erwachsene zwischen 10 – 12 und 10 bis 20. Mit Blättern sind Vergiftungen ab 0,3 g möglich.
Klatschmohn ( Papaver rhoeas L.): Erfahrungen einer Vergiftungsstelle: 7jähr.: 1 grüne Kapsel, nach 2 Stunden Erbrechen, wackelig, müde; 9jähr.: 1 Kapsel, nach 8 Std. Bauchschmerzen; 6- und 10jähr.: Stengel, Blüten, Blätter, nach 7 Std. Erbrechen; 4jähr.: 1 Stengel, Blässe
Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum L.): 0,2 g des Krautes sind für Mäuse und Frösche tödlich.
Schlafmohn (Papaver somniferum L.): sehr giftig
Sumpfporst (Ledum palustre L.): bei einem Gebrauch zur Abtreibung ist mit Vergiftungserscheinungen zu rechnen

Eibe (Taxus baccata L.): Als Abortivum wird aus fünfzig bis hundert Gramm der Eibennadeln ein Dekokt getrunken. Diese Dosis ist jedoch nicht ungefährlich, da sie mit der letalen Dosis übereinstimmt! Der rote Samenmantel ist übrigens ungiftig. Nur der in ihm enthaltene Samen ist giftig.

Diese Kräuter wurden auch als Abtreibungsmittel eingesetzt, sind allerdings als weniger giftig einzustufen, so dass ihr Gebrauch möglich ist:

Beifuß (Artemisia vulgaris): war ein gynäkologisches Universalmittel
Gänseblümchen (Bellis perennis L.)
Schafgarbe (Achillea millefolium L.)
Wermut (Artemisia absinthium L.): wenig giftig; übliche Dosierung 1 g auf eine Tasse Wasser. Der aus dem Kraut hergestellte Absinth wurde in der Schweiz zu Abtreibungszwecken gebraucht, obwohl die Herstellung verboten war und ist.
Kamille (Matricaria recutita L.)
Andorn (Marrubium vulgare L.): wenig giftig, trotzdem Vorsicht

Quelle:
Dies war Teil eines Speciales, welches (nicht geordnet) komplett unter www.kindergaias.de.vu zu finden ist.

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